Der Gießener Anzeiger hat die FW Fernwald zu aus Ihrer Sicht wichtigen Themen in Fernwald befragt und pro Antwort maximal 500 Zeichen Platz vorgegeben. Hier finden Sie unsere Antwort in der Kurz- und Langfassung:
Frage 1:
Fernwald hat in der Vergangenheit schon einiges für die Etablierung der Erneuerbaren Energien in der Kommune getan und plant weiteres: siehe „Windpark Fernewald“ und der Solarpark bei Steinbach. Wie stehen Sie zu dem Ausbau von Windkraft und Photovoltaik in der Gemeinde?
Kurzantwort:
Die Energiewende ist auch in Fernwald notwendig – aber mit Maß und Verantwortung. Mit den geplanten Flächen in Fernewald, Höhlerberg/Helgenwald und Dachsberg ist aus unserer Sicht ein ausreichendes Maß erreicht. Weitere Eingriffe in geschädigte Wälder lehnen wir ab. Stattdessen setzen wir auf Photovoltaik auf Dächern und echte Bürgerbeteiligung. Klimaschutz ja – aber naturverträglich und ohne Überforderung unserer Landschaft.
Ausführliche Antwort:
Für die Freie Wähler Fernwald ist klar: Die Energiewende ist notwendig – auch in Fernwald. Doch sie braucht Maß, Mitte und Verantwortung.
Mit dem geplanten Ausbau der Windenergie in den Bereichen Fernewald, Höhlerberg/Helgenwald und Dachsberg ist aus unserer Sicht ein ausreichendes Maß erreicht. Ein weiterer Ausbau im Waldgebiet ist derzeit weder erforderlich noch vermittelbar.
Unsere Wälder sind durch Dürre, Sturm und Borkenkäfer bereits massiv geschädigt. Wer jetzt zusätzliche, großflächige Eingriffe fordert, ignoriert die Belastungsgrenze unserer Natur. Windkraft im Wald darf nur unter strengsten ökologischen Kriterien erfolgen – natur- und waldschonend und vorrangig auf Kalamitätsflächen. Intakte Bestände müssen tabu bleiben.
Wir lehnen eine schleichende Ausweitung von Windkraftflächen klar ab.
Stattdessen setzen wir auf den konsequenten Ausbau von Photovoltaik in Fernwald. Dachflächen auf privaten, gewerblichen und öffentlichen Gebäuden bieten enormes Potenzial – ohne zusätzliche Eingriffe in sensible Waldflächen.
Ebenso unverzichtbar ist eine echte Bürgerbeteiligung. Projekte dieser Größenordnung dürfen nicht über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden werden.
Die Freien Wähler stehen für eine Energiepolitik mit klarer Haltung:
Klimaschutz ja – aber nicht um jeden Preis.
Waldschutz ist kein Nebenaspekt, sondern Pflicht.
Fernwald braucht eine nachhaltige Entwicklung – keine ideologisch getriebene Überforderung unserer Landschaft.
Frage 2:
In Fernwald wurde in den vergangenen Jahren viel gebaut, ein weiteres Gewerbegebiet steht mit Haaracker/Im Himberg in den Startlöchern. Mittlerweile mangelt es der Kommune aber an frei verfügbaren Flächen. Wie soll die Gemeinde künftig noch ihren Standard halten können?
Kurzantwort:
In Fernwald werden verfügbare Flächen knapper – deshalb setzen wir auf klare Prioritäten. Erst bestehende Projekte abschließen, dann weiterentwickeln. Vorrang haben Innenentwicklung, Nachverdichtung und die Nutzung bestehender Flächen. In der Gewerbeentwicklung gilt Qualität statt Quantität. Neue Betriebe sollen langfristig passen und Mehrwert - Arbeitsplätze und Gewerbesteuer - schaffen. Eine Erhöhung der Gewerbesteuer lehnen wir ab – Verlässlichkeit schafft eine postive Entwicklung.
Ausführliche Antwort:
Die Freie Wähler Fernwald sehen die weitere Entwicklung Fernwalds an einem entscheidenden Punkt. Als prosperierende Gemeinde ist Fernwald attraktiv – für Familien, Unternehmen und Investoren. Doch frei verfügbare Flächen werden zunehmend knapper.
„Wir können nicht unbegrenzt neue Baugebiete ausweisen. Fläche ist endlich – und sie ist ein wertvolles Gut“.
In den vergangenen Jahren wurden große Entwicklungen auf den Weg gebracht. Jetzt geht es darum, diese Projekte verantwortungsvoll zu Ende zu führen, bevor neue Planungen gestartet werden. Priorität haben dabei die weiteren Entwicklungen in Albach und Steinbach.
Für die Freien Wähler ist klar: Die Zukunft der Gemeinde liegt vor allem in der innerörtlichen Entwicklung.
Das bedeutet konkret:
- Baulücken konsequent schließen,
- ungenutzte innerörtliche Flächen aktivieren,
- alten Gebäudebestand energetisch sanieren,
- nicht mehr zeitgemäße Bausubstanz ersetzen und modern weiterentwickeln.
Innenentwicklung vor Außenentwicklung ist für uns ein zentrales Steuerungsprinzip. Damit werde nicht nur der Flächenverbrauch reduziert, sondern auch bestehende Infrastruktur besser genutzt – von Straßen über Kitas bis hin zur Nahversorgung.
Gerade mit Blick auf kommende Generationen braucht es eine nachhaltige, verantwortungsvolle Baupolitik. Wachstum darf nicht zulasten von Lebensqualität, Natur und finanzieller Stabilität gehen.
Fernwald soll sich weiterentwickeln – aber strukturiert, bedarfsgerecht und mit klaren Prioritätensetzungen.
Nicht jedes Wachstum ist automatisch Fortschritt. Entscheidend ist, wie wir es zukünftig gestalten.
Frage 3:
In der Gemeinde stehen einige Projekte auf der Agenda, wie beim Straßenbau, Spielplätzen oder der Feuerwehr. Wo sollen Investitionen in der kommenden Wahlperiode, trotz knapper Finanzmittel, noch priorisiert eingesetzt werden?
Kurzantwort:
Die Freien Wähler wollen Fernwald zukunftsfähig weiterentwickeln – mit gezielten Investitionen, moderner Verwaltung und mehr Bürgernähe. Schwerpunkte sind die Digitalisierung der Verwaltung, bessere Mobilität zwischen den Ortsteilen, Verkehrsberuhigung in sensiblen Bereichen sowie attraktive Ortsbilder. Die Modernisierung der Sport- und Veranstaltungsstätten ist wichtig. Zudem setzen wir auf seniorengerechte Wohnformen und echte Bürgerbeteiligung. So bleibt Fernwald modern, lebenswert und stark.
Ausführliche Antwort:
Die Freie Wähler Fernwald wollen Fernwald zukunftsfähig weiterentwickeln – mit gezielten Investitionen, moderner Verwaltung und mehr Bürgernähe.
Unsere Gemeinde steht vor wichtigen Weichenstellungen. Jetzt geht es darum, klug zu investieren und gleichzeitig Strukturen zu modernisieren.
Ein zentraler Schwerpunkt ist die konsequente Digitalisierung der Verwaltung. Schnellere Verfahren, weniger Bürokratie und transparente Abläufe sollen Bürgerinnen, Bürger und Betriebe gleichermaßen entlasten. Bürokratieabbau ist für die Freien Wähler kein Schlagwort, sondern Voraussetzung für Effizienz und Standortqualität.
Ebenso wichtig ist die Verbesserung der öffentlichen Mobilität zwischen den Ortsteilen. Ziel ist eine bessere Vernetzung, mehr Flexibilität im Nahverkehr und eine echte Alternative zum Individualverkehr – insbesondere für Jugendliche und ältere Menschen.
Im Bereich Verkehr setzen sich die Freien Wähler für gezielte Verkehrsberuhigung in sensiblen Bereichen ein, etwa in engen Ortskernen, an Schulwegen und in Wohngebieten. Sicherheit und Lebensqualität stehen hier im Vordergrund.
Auch die Ortsbilder sollen weiterentwickelt werden – modern, funktional und gleichzeitig identitätsstiftend. Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit und nachhaltige Gestaltung sind dabei entscheidende Kriterien.
Ein besonderes Anliegen ist die Unterstützung seniorengerechter Wohnformen. Ältere Menschen sollen möglichst lange selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Dafür braucht es passende Wohnangebote und eine gute Infrastruktur.
Darüber hinaus fordern die Freien Wähler mehr Bürgerbeteiligung bei wichtigen Projekten und Planungen. Transparente Verfahren und frühzeitige Einbindung stärken Akzeptanz und Vertrauen.
Fernwald soll eine moderne, lebenswerte und wirtschaftlich starke Gemeinde bleiben. Das erreichen wir nur mit klaren Prioritäten, gezielten Investitionen und einer Verwaltung, die mit der Zeit geht.
